Interview mit Arne Mellert, Geschäftsführer der HKM Heilbäder und Kurorte Marketing GmbH Baden-Württemberg - Auszug aus dem AquaKinetics Journal

Interview mit Arne Mellert, Geschäftsführer der HKM Heilbäder und Kurorte Marketing GmbH Baden-Württemberg - Auszug aus dem AquaKinetics Journal
 

Im Sommer 2005 tagte der Marketingausschuss der 54 Heilbäder und Kurorte in Baden-Württemberg. Unter der Leitung von Herrn Geschäftsführer Rolf Rubsamen und Herrn Arne Mellert, Geschäftsführer der Heilbäder und Kurorte Marketing GmbH begann der sehr erfolgreiche Start der Aquarider®.

Von 25 anwesenden Bürgermeistern, Geschäftsführern und Kurdirektoren und dem unvergessenen Dr. Bernd Hartmann, Balneologie Freiburg, waren 16 Personen zum Test auf die Aquarider® in die Thermal-Sole des Solemar gestiegen und haben sich bei einer knackigen Probefahrt vom Nutzen des Radfahrens im Wasser überzeugen lassen.

Konnten Sie sich schon 2005 vorstellen, dass sich der Trend bis ins Jahr 2025 fortsetzen wird?

A.M.: Zu dem Zeitpunkt war aktive Bewegung im Wasser in hochwertigen Heilquellen schon längst geübte Praxis. Bereits 1952 wurden erste Holzräder in österreichischen Thermen als Sportgeräte benutzt. Neu war, dies auf einem hochwertigen Sportgerät mit individueller und wissenschaftlich belegter Belastungseinstellung, in Verbindung mit den ergonomischen Anpassungen beim Gast einzusetzen.

Wie hat sich das Radfahren im Wasser in Bezug auf den Einsatz in der Therme und im Wellness Bereich unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Studienlage entwickelt?

A.M.: Durch die erstmals mögliche Messung der Leistung im Wasser, konnten alle Parameter, die beim Ergometer Training an Land schon bekannt waren, auch im Wasser eingesetzt werden. Vor allem die Beobachtung der Herzfrequenz stellt das beste Hilfsmittel, um eine Überlastung zu verhindern, dar.

Inwiefern profitieren Gäste konkret von einer Therme, die sowohl das Wellness Stars Qualitätssiegel als auch zertifizierte AquaCycling-Geräte vorweisen kann?

A.M.: Für Gäste ist es ein klares Signal: Hier sind sie in besten Händen. Die Kombination aus einer mit den Wellness Stars zertifizierten Therme und MDR-zertifizierten AquaCycling-Geräten bedeutet, dass auf allen Ebenen – von der Infrastruktur über die Sicherheit bis hin zum Wohlfühlerlebnis – höchste Standards eingehalten werden. Der Gast muss sich weder um die technische Zuverlässigkeit der Geräte noch um die fachliche Kompetenz der Kursleiter sorgen, den diese wurden zertifiziert. So kann er sich ganz auf das Erlebnis konzentrieren – ob er nun zur Prävention, zur Rehabilitation oder einfach zum Spaß am Wassertraining gekommen ist.

Welche Rolle spielen die Wellness Stars bei der Qualitätssicherung von AquaCycling-Angeboten in Thermen?

A.M.: Die Wellness Stars sind ein wichtiger Qualitätskompass – sowohl für Gäste als auch für Betreiber. Im Rahmen der Zertifizierung werden nicht nur die räumliche Ausstattung und die Servicequalität bewertet, sondern auch das Kursangebot und dessen Einbettung in das Gesamtkonzept der Therme. AquaCycling passt hier perfekt ins Profil, weil es sowohl gesundheitliche als auch erlebnisorientierte Aspekte erfüllt. Durch die regelmäßigen Überprüfungen im Zuge der Wellness Stars Zertifizierung wird sichergestellt, dass die Qualität konstant hoch bleibt und neue Erkenntnisse aus Training, Sicherheit und Gästebetreuung zeitnah integriert werden.

Gibt es bekannte Kontraindikationen sich im Wasser bei den oft hohen Temperaturen und dem mineralhaltigen Milieu der Therme zu beachten?

A.M.: Grundsätzlich ist jede Bewegung mit dem vertikal eingetauchten Körper im warmen Wasser (bis 32°C) zu befürworten. Übersteigen die Wassertemperaturen die 32° C Marke, ist von einer Belastung durch Sport grundsätzlich abzuraten. Die benötigte Thermoregulation des Körpers funktioniert dann nur noch eingeschränkt.

Gibt es Erfahrungen in Bezug auf die technische (Dauer-)Einsetzbarkeit von AquaCycling Fahrrädern in dem mineral hochdosierten Thermalwasser/Solebädern?

A.M.: Durch die Auswahl des eingesetzten Edelstahles und der anschließenden galvanischen Behandlung, sind keine Einschränkungen bekannt. Das mitgelieferte Technik Check Verfahren ermöglicht eine permanente Überwachung der technisch relevanten Teile am Aquarider®.

Wie hat die Zertifizierung des Aquarider® sich auf dessen Einsetzbarkeit in der Therme ausgewirkt?

A.M.: Die EU weit gültige MDR 2017/745 ist der Goldstandard beim Einsatz in der Therapie und Rehabilitation. Der Thermenbetrieb profitiert aber in jedem Fall vom Einsatz zertifizierter Geräte – auch wenn bei Gesundheitskursen dies keine Vorschrift wäre, vom höchsten Fertigungsstandard bei der Produktion.

Wie sehen Sie die Zukunft von Kursen in der Thermenwelt und im gehobenen Wellness Hotel?

A.M.: Der Wunsch und Wille der Gäste, sich nicht nur den rein passiven Anwendungen in Thermen und Wellnessbereich anzuschließen, sondern sich aktiv zu bewegen, nimmt zu. Hierzu kann man schon seit längerem im öffentlichen Freizeitbad den Trend zum Bau von Kursbecken – oftmals mit sogenannten Hubböden – beobachten. Die Schnittmenge der aktiven Bewegung zwischen Therme und Freizeitbad nimmt also zu.

Herzliche Grüße
Arne Mellert
Geschäftsführer

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